Das Sackgeld meines Vaters
Meine Leidenschaft fürs Sammeln von Schweizer Münzen hat bereits mit zehn Jahren begonnen. Mein Vater hat mir ein paar Schweizer Münzen als Sackgeld gegeben und mir gesagt, dass ich das Geld sparen und nicht rasch ausgeben solle.
Ich habe die paar Münzen kurz angeschaut, und da ist mir ein 5-Räppler aufgefallen, der stark abgenutzt und verkratzt war. Bei genauerem Hinschauen erkannte ich die Jahrzahl: 1884. Daraufhin habe ich meinen Vater gefragt, ob diese Münze wirklich aus dem Jahr 1884 stammt. Er sagte: Ja, die Münze ist sehr alt, deshalb ist sie auch so stark abgenutzt.
Von dem Moment an habe ich immer alle Kleinmünzen nach deren Jahrzahl durchsucht und zuerst alle Jahrgänge älter als 1939 gesammelt – weil ich dachte, nur alte Münzen seien wertvoll.
Die Lektion, die alles änderte
Als ich fünfzehn war, hat mir ein Feriengast ein Münzbüchlein geschenkt, in welchem die Bundesmünzen aufgelistet waren, mit Richtpreisen. Als ich im Katalog stöberte, habe ich erkannt, dass nicht nur das Alter der Münze, sondern die Erhaltung und die Seltenheit den Preis bestimmen.
Das klingt banal, ist aber der Kern des ganzen Fachs. Es ist auch der Grund, weshalb in meinen Beschreibungen immer ein Erhaltungskürzel steht – ss, vz, unz. Wer den Unterschied kennt, kauft nie wieder blind.
Ein Jahr lang Münzrollen
Als im Jahr 1981 die hellen 5-Räppler aus Kupfer-Nickel durch die goldfarbigen Kupfer-Aluminium-Stücke ersetzt wurden, habe ich während rund einem Jahr viele Münzrollen gekauft, die seltenen 5-Räppler vor 1980 in guter Erhaltung herausgesucht und auf die Seite gelegt.
Heute habe ich eine sehr grosse 5-Rappen-Sammlung, die teilweise noch aus dieser Zeit stammt. Wer sich fragt, warum ich bei Kleinmünzen so genau hinschaue: Das kommt von damals.
Eine Pause – und ein neuer Anfang
Von 1982 bis rund 1992, während meiner Ausbildung, hatte ich kaum Zeit zum Sammeln und habe den Münzen in dieser Zeit wenig Beachtung geschenkt. Ab 1993 habe ich vor allem Abarten und Fehlprägungen gesammelt – Stücke also, bei denen in der Prägung etwas schiefgelaufen ist. Gerade sie verlangen ein geschultes Auge.
Ab dem Jahr 2000 habe ich begonnen, Schweizer Medaillen und Schützenmedaillen zu sammeln.
Das Schützenfieber
Als 2005 der Katalog der Schweizer Schützentaler und Schützenmedaillen von Richter in erster Auflage herauskam, hat mich das Sammelfieber für Schützenmedaillen gepackt. Ich habe Schützenmedaillen aus allen Kantonen gekauft – privat, an Auktionen, an Münzenmessen und über Online-Portale –, sodass ich heute eine sehr grosse Sammlung besitze.
Als gebürtiger Walliser besitze ich zudem eine grosse Sammlung von Walliser Medaillen.
Warum Numismatik und Ahnenforschung zusammengehören
Da ich mich sehr für Geschichte interessiere und Ahnenforschung betreibe, ist die Numismatik die perfekte Ergänzung dazu. Ich konnte unseren Stammbaum bis ins 12. Jahrhundert zurück erstellen und dabei feststellen, dass wir mit vielen bekannten Persönlichkeiten blutsverwandt sind.
Einige unserer Vorfahren – etwa Herzog Berchtold V. von Zähringen, der Gründer der Stadt Bern – sind auf Münzen und Medaillen abgebildet. Entsprechend macht es mir Freude, genau diese Stücke zu sammeln: Ich habe eine persönliche Beziehung dazu.
Münzen und Medaillen erzählen Geschichten – von Königen und Kriegen, von Schützenfesten und stillen Bergtälern, von einer Schweiz, die anders aussah als heute. Diese Geschichten zu finden, zu prüfen und an den richtigen Sammler weiterzugeben, ist das, was ich tue.
Vom Sammler zum Händler
Bis Ende 2003 habe ich nur gesammelt und nichts verkauft. Seit 2004 verkaufe ich auf der Plattform Ricardo Münzen und Medaillen. Was 2004 begann, ist heute mein Beruf.
Ende 2024 habe ich mein Geschäft im Schweizer Handelsregister eintragen lassen und Anfang 2025 offiziell losgelegt. Mein Bestand stammt aus eigenem Ankauf, aus Nachlässen und aus jahrzehntelangem Sammeln. Jedes Stück geht erst dann zum Verkauf, wenn ich es selbst geprüft habe.
Was Sie bei mir nicht finden: Fälschungen, Kopien, anonyme Massenware. Was Sie finden: Münzen und Medaillen, die ich auch selbst sammeln würde.
Mitgliedschaften
- Schweizerische Numismatische Gesellschaft (SNG)
- Numismatischer Verein Zürich
- Domus Antiqua Helvetica
Haben Sie etwas, das Sie einordnen lassen möchten?
Ob geerbte Sammlung, einzelnes Stück aus der Schublade oder eine Münze, bei der Sie unsicher sind: Schicken Sie mir Fotos. Eine erste Einschätzung kostet Sie nichts – und ich sage Ihnen ehrlich, was Sie haben.